Susanne Buschhaus

Name:Susanne Buschhaus
Wohnort:Siegen
Alter:24
Studiengang:MSc Wirtschaftsingenieurwesen
Hobbies:THW, Orchester
Im THW seit:2007

Wie bist Du zum THW gekommen?

Ich bin durch meine Familie zum THW gekommen. Zunächst bin ich in die Jugendgruppe gegangen und habe mich nach meiner Grundausbildung dann für die Fachgruppe Führung und Kommunikation entschieden.

Was gefällt Dir am THW besonders gut?

Besonders gut gefällt mir, dass man im THW deutschland- und sogar weltweit Hilfe leistet. Die Technik, die dabei immer eine große Rolle spielt, fasziniert mich, aber auch die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Menschen und Organisationen.

Konntest Du Dein Wissen aus dem Studium bereits erfolgreich einbringen?

Ja, im THW kann ich im Studium Erlerntes praktisch anwenden. Dabei lassen sich hier nicht nur Inhalte aus den technischen Vorlesungen einbringen. Auch das Wissen aus den Vorlesungen der BWL, beispielsweise der Unternehmensführung, sowie allgemein die Herangehensweise an Probleme, die man im Studium lernt, kann ich verwenden.

Umgekehrt hilft mir das Wissen aus den Diensten, Einsätzen und Lehrgängen im THW aber auch bei meinem Studium weiter.

Was war dein schönstes Einsatzerlebnis?

Schöne Erlebnisse gibt es bei Einsätzen immer wieder. Ein einzelner Deich, der durch unsere Mitarbeit nicht gebrochen ist oder aber eine Großveranstaltung, wie zum Beispiel ein NRW-Tag, ein Zeltlager oder der Firmenlauf, die durch unsere Hilfe sicher abgelaufen ist.

Mein schönstes Erlebnis war allerdings während des Hochwassereinsatzes 2013 an der Elbe. Besonders war in dieser Woche die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen und Firmen vor Ort, die uns mit so vielen Kleinigkeiten unterstützt haben, aber auch die große Dankbarkeit, mit der wir dort nach unserem Einsatz verabschiedet wurden. Ein solches Erlebnis macht einem bewusst, wie wunderbar es ist, anderen Menschen sinnvoll helfen zu können. Mit den dortigen THW-Helfern stehen wir auch heute noch immer wieder in Kontakt.

Was war dein schlimmstes Einsatzerlebnis?

Ein Erlebnis, das mich besonders zum Nachdenken gebracht hat, war während des Schneechaos 2010. Eigentlich wollten wir auf der Autobahn liegengebliebene LKW, die Ursache für kilometerlange Staus, freischleppen und ich war dort als Helferin eines Führungstrupps mit vor Ort. Die Lastwagen standen allerdings in mehreren Reihen nebeneinander, zum Teil kreuz und quer und so eng hintereinander, dass wir selbst mit dem PKW nicht zu den betroffenen Fahrzeugen kamen. Es gab keine Rettungsgasse mehr und in mühevoller Arbeit mussten LKW-Fahrer davon überzeugt werden, wenigstens das kleine, noch mögliche Stück zu rangieren, damit wir irgendwie doch noch einen Weg finden konnten. Was wäre, wenn hier Menschenleben akut in Gefahr gewesen wären?

Wenn du beruflich in leitender Position wärest, welche in den BOS ausgeprägten Fähigkeiten würdest du besonders schätzen?

Ich würde besonders das ehrenamtliche Engagement meiner Mitarbeiter, ihre Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit schätzen.

Mir selber würden in einer solchen Position vor allem die Führungskompetenzen und die Menschenkenntnis weiterhelfen, die ich durch meine Tätigkeit in der Fachgruppe Führung und Kommunikation theoretisch aber vor allem auch praktisch erlernt habe und immer noch lerne.

Hat Dich der Dienst in den BOS verändert? Und wenn ja, wie?

Ja, eine ehrenamtliche Tätigkeit verändert immer. Mit jedem Einsatz steht man vor neuen Problemen und Herausforderungen, man ist in der Führungsstelle verantwortlich für die eingesetzten Helferinnen und Helfer. So entwickelt man sich ständig weiter und wächst immer wieder über sich hinaus. Dabei lernt man die unterschiedlichsten Menschen kennen, wie diese, aber vor allem auch wie man selber unter Stress reagiert und wie viel man sich selber zumuten kann. Ich glaube, ich bin durch den Dienst im THW vor allem selbstbewusster geworden.